Störungsbilder Kinder - Störung des Sprachablaufes
Worum geht es?
Sprechstörungen bei Kindern treten häufig im Rahmen
von Entwicklungsverzögerungen, -störungen oder Behinderungen auf.
Es handelt sich dabei um zentral oder peripher bedingte motorische Störungen
der ausführende Sprechorgane. Die Aussprache des Kindes ist gekennzeichnet
durch mangelnde Artikulationsgenauigkeit und –geschwindigkeit und / oder durch
Störungen im Sprechablauf ( Stottern, Poltern).
Ursachen
Ein Großteil kindlicher Sprechstörungen sind unklarer
Genese. Zu den bekannten Ursachen von Sprechstörungen gehören:
• Allgemeine Entwicklungsstörungen / -verzögerungen
/ -behinderungen
• Familiäre Sprachschwäche mit Krankheitswert
• Hörstörungen
• Hirnreifestörungen
• Geistige, körperliche Behinderungen, Mehrfachbehinderungen
• Genetischbedingte Krankheiten / Syndrome (z.B. Down-Syndrom,
• Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten)
• Schädel-Hirn-Traumata, entzündliche Hirnprozesse
• Hirntumore, Hirnoperationen
• Orofaciale Dysfunktionen (Störungen der Mundmotorik)
Störungen im Sprechablauf, Redeflussstörungen
Stottern:
Art und Ausmaß des Stotterns sind situationsabhängig und können
großen Schwankungen unterworfen sein. Stotternde leiden häufig unter
ausgeprägtem Störungsbewusstsein.
Begleitsymptome resultieren aus dem Versuch, die eigentlichen Stottersymptome
zu überwinden und sind erlernt.
5% aller Kinder haben, bedingt durch eine Veranlagung, in ihrer Entwicklung
eine Phase, in der sie stottern. Der Beginn liegt meist zwischen dem 2. und
6. Lebensjahr, spätestens jedoch bis zum Alter von 12 Jahren. Stottern
ist kein normales Phänomen der Sprechentwicklung. Ungefähr 75% dieser
Kinder überwinden ihr Stottern wieder. Eine logopädische Diagnose
mit Beratung und ggf. Therapie ist nötig, wenn das Kind unter seinem veränderten
Sprechen leidet, oder Zeichen von Anstrengungen oder Vermeidungen beim Sprechen
sichtbar werden, oder wenn Eltern verunsichert sind.
Leitsymptome bei Stottern:
Kernsymptome: unfreiwillige Wiederholungen von Teilwörtern, Silben oder
Lauten, Dehnungen von Lauten und / oder Blockierungen von Wörtern.
Begleitsymptome: Sprechangst, Vermeidungsverhalten, Körpermitbewegungen,
Einschieben von Füllwörtern u.a..
Poltern:
Poltern ist im Gegensatz zum Stottern von einem überschießenden,
sehr schnellen Sprechen gekennzeichnet. Die Aussprache ist aufgrund des Missverhältnisses
von Sprechtempo und artikulatorischer Fähigkeit und Defiziten in der Wahrnehmung
häufig sehr undeutlich und verwaschen. Ein Störungsbewusstsein oder
Leidensdruck ist selten vorhanden.